Buchpublikation: Forchheimer Projekte zur Leseförderung

07.12.2020

FOrlesen!“ im Landkreis Forchheim

von Martin Haendl, Alexander Kanamüller und Julia Schilling

Ein Schwerpunktthema des Bildungsbüros Forchheim war in den Jahren 2017 bis 2020 die Leseförderung. Unter dem Oberbegriff „FOrlesen!“ wurden vielfältige Projekte und Veranstaltungen zur Leseförderung durchgeführt. Kooperationspartner des Forchheimer Bildungsbüros waren hierbei das Institut für Buchwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Akademie für Ganztagsschulpädagogik mit Sitz im Landkreis Forchheim. Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung diverser Projekte zur Leseförderung oblag dabei den Buchwissenschaftlerinnen und Buchwissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Ergebnisse dieser Studien werden nun in dem Lehr- und Praxisbuch „Medienbildung und Literacy in Kindergarten und Schule“ veröffentlicht. Das Buch bietet sowohl einen Überblick der aktuellen wissenschaftlichen und bildungspolitischen Diskussion als auch Empfehlungen für die alltägliche pädagogische Praxis. Darüber hinaus geben zahlreiche Best-Practice-Beispiele konkrete Anregungen für die unmittelbare Arbeit.

Ein zentrales Anliegen von „FOrlesen!“ war die Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Vorlesen in frühkindlichen Einrichtungen sowie die Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Lesepatinnen und Lesepaten in diesem Bereich. Die Ergebnisse der Forschung machen dabei deutlich, dass es für eine gute Zusammenarbeit von Kitapersonal und Lesepatinnen und Lesepaten ganz entscheidend ist, dass diese von Beginn an einen engen Kontakt zueinander aufbauen. Dies gelingt beispielsweise dadurch, dass die Lesepatinnen und Lesepaten am Anfang ihrer Tätigkeit mehrmals beobachtend am Alltag der Kindertageseinrichtung teilnehmen können, dass regelmäßig eine Absprache mit dem Kitapersonal zum Ablauf der Lesestunden stattfindet oder dass in regelmäßigen Abständen Gespräche mit der Leitung der Einrichtung abgehalten werden. Diese Gespräche können dann u.a. den Umgang mit den Kindern oder auch die Auswahl der vorzulesenden Bücher zum Thema haben. Gelingt der Austausch zwischen den ehrenamtlichen Lesepatinnen und Lesepaten und dem Personal der Kindertageseinrichtungen, so hat dies eine gute Integration der Lesepatinnen und Lesepaten zur Folge. Und davon – so ein weiteres Ergebnis der Forschung rund um „FOrlesen!“ – profitieren wiederum die Kinder. Die Wirkungspotentiale des Vorlesens (u.a. Sprachzuwachs, Konzentrieren lernen, Vermittlung von Lesefreude, Entwickeln von Urteilsvermögen) können sich bei einer gelungenen Integration der Lesepatinnen und Lesepaten um einiges besser entfalten. Es ist darüber hinaus vorstellbar, dass sich die Wirkungspotentiale des Vorlesens nochmal besser entfalten könnten, wenn die Lesepatinnen und Lesepaten zusätzlich in einem institutionalisierten Rahmen die Möglichkeit hätten, sich untereinander in regelmäßigen Abständen zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auszutauschen und somit auch voneinander zu lernen. Der Wunsch nach solch einem Austausch ist in jedem Fall vorhanden – so ein weiteres Resultat der Forschung im Landkreis Forchheim. Die Gründung einer Forchheimer Arbeitsgemeinschaft für Lesepatinnen und Lesepaten würde hierfür sicherlich eine gute Möglichkeit bieten.

Leserinnen und Leser, die sich tiefergehend für die anregenden Ergebnisse dieser einzigartigen und innovativen Zusammenarbeit des Forchheimer Bildungsbüros, der FAU Erlangen-Nürnberg und der Akademie für Ganztagsschulpädagogik interessieren, können ab sofort das Buch „Medienbildung und Literacy in Kindergarten und Schule“ auf der Seite des AfG Media-Verlags vorbestellen.

Weitere Informationen zum Projekt „FOrlesen!“, zur Buchpublikation sowie weitere Neuigkeiten aus dem Bildungsbüro Forchheim sind auf www.bildungsbüro-forchheim.de zu finden.

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